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40. Jahrestagung 2005

40. Jahrestagung der unesco-projekt-schulen 2005
"Nachhaltigkeit lernen"

vom 18. - 21. 09. 2005 in der Ostsee-Akademie Lübeck-Travemünde


Arbeitsgruppen

Jede Arbeitsgruppe läuft von Montag bis Mittwoch durchgehend, d.h. jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann nur eine der folgenden Arbeitsgruppen wählen. Bitte bringen Sie für die AGs Unterrichtseinheiten, Projektbeschreibungen, Materialien etc. mit.

AG 1: Energie und Klimaschutz

Leitung: Dr. Johann Jungclaus, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg; Werner Kiwitt, gGmbH für globales Lernen und lokales Handeln und Zentrum für nachhaltige Entwicklung, artefact in Glücksburg

Auch wenn die weltweiten Reserven fossiler Energie unterschiedlich beurteilt werden, steht außer Frage, dass wir uns deren Verfeuern nicht mehr leisten können. Selbst Hollywood hat den Klimawandel am "Day after tomorrow" erkannt. Konkrete Konsequenzen und Hand-lungsperspektiven sind jedoch rar in Politik und auch Bildung. Hemmnisse und Chancen, positive Beispiele und Anregungen für schulischen Unterricht und projektorientiertes Lernen werden von den AG-Leitern vorgestellt. In der weitergehenden Diskussion sind die Teilnehmererfahrungen gefragt, um sie auf ihre Übertragbarkeit und Einbindung in den normalen Unterrichtsablauf hin zu überprüfen.

Auf folgende Themen soll z.B. eingegangen werden: Energiecontracting in Schulen, erneuerbare Energien in Schulen oder Haushalten, Umweltauswirkungen von Reisen, Energieverbrauch zwischen individuellen Konsumentscheidungen und politischen Rahmenbedingungen.


AG 2: Nachhaltigkeit und Schule

Leitung: Jörg-Robert Schreiber, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg, und Markus Hübner, Helene-Lange-Gymnasium Hamburg

Die AG wird sich mit zwei Herausforderungen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" befassen:

1. Wie kann das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung zum Grundprinzip von Unterricht werden?
2. Wie können die Kriterien von Dekade-Projekten erfüllt werden?

Der Begriff "Nachhaltigkeit" wird zwar immer häufiger verwendet - aber selten in seiner Bedeutung als normativer Orientierungsrahmen für unsere Zukunftsfähigkeit. So gesehen sind viele nachhaltige Projekte nicht nachhaltig. An Unterrichtsbeispielen werden wir untersuchen, welche Bedeutung das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung für Lernprozesse haben kann, v.a. für den Erwerb von Analyse- und Bewertungskompetenz.

Außerdem gehen wir der Frage nach, welche Kriterien schulische Aktivitäten erfüllen müssen, damit sie als Dekade-Projekte ausgezeichnet werden können.


AG 3: Nord-Süd-Partnerschaften

Leitung: Dr. Gisela Führing, Berlin

Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Orientierungshilfen für eine partnerschaftliche und lernorientierte Kooperation von Schulen des Südens und Nordens zu vermitteln, wie sie im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung erstrebenswert ist. Angesprochen sind sowohl Lehrerinnen und Lehrer von Schulen, die noch keine Partnerschaft mit einer Schule des Südens (einschl. mittel- und osteuropäische Entwicklungsländer) haben, als auch solche, an deren Schulen eine solche Partnerschaft besteht. Wir wollen gemeinsam die Motive zum Eingehen einer Partnerschaft hinterfragen, die mit einer Partnerschaft verbundenen pädagogischen Ziele benennen, Fragen der Umsetzung ansprechen und natürlich die mit einer Partnerschaft gemachten Erfahrungen austauschen. Auf diesem Wege entwickeln wir Qualitätskriterien für eine Partnerschaft.

AG 4: Biodiversität - Naturschutz und Globales Lernen verknüpfen

Leitung: Katharina Hocke, Christel Grave, Verein Jordsand e.V., Ahrensburg; Eva-Maria Hartmann, ehem. Bundeskoordinatorin der unesco-projekt-schulen , Schorndorf

Die AG möchte anregen, die Frage des Erhalts der Artenvielfalt und damit den Auftrag der 1992 in Rio verabschiedeten Konvention über die biologische Vielfalt zu einem Schwerpunktthema eines Lernens für Nachhaltigkeit zu machen. Anliegen der AG ist es zu zeigen, dass man sich dem Thema über vielfältige Zugänge nähern kann, die es ermöglichen, Umweltbildung und Globales Lernen zu verknüpfen:

Die Beschäftigung mit einem lokalen Ökosystem vor Ort kann Jugendliche für Fragen des Naturschutzes sensibilisieren. Themen wie die Sicherung der Welternährung, des Interesses von Pharmaunternehmen an Heilpflanzen, der Holzeinschlag in tropischen Regenwäldern oder die Auseinandersetzung mit fairem Handel sollen den Blick schärfen für globale Zusammenhänge und Abhängigkeiten.

Im ersten Teil der AG werden handlungsorientierte Lernstationen zu sechs Themenbereichen (Welternährung, Saatgut, interkulturelle Gärten, Biopiraterie, Bioreservate und fairer Handel, wandernde Tierarten) vorgestellt, die in den Klassen 6 bis 11 einsetzbar sind. Im zweiten Teil stellt der Verein Jordsand e.V. seine Arbeit vor. Was bringt Naturschutz für die Biodiversität, wird dabei die zentrale Fragestellung sein. Im Rahmen einer Exkursion werden verschiedene Lebensräume vorgestellt und Methoden ausprobiert, die für den Unterricht geeignet sind. Die AG richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer der Sek. I und Sek. II aller Fächer. Die Teilnehmer/innen sind aufgefordert, eigene Praxisbeispiele mitzubringen.


AG 5: Nachhaltige Landwirtschaft

Leitung: Dieter Ohnesorge, BUND/Hamburger Umweltzentrum Karlshöhe, Hamburg, und Johanna Schockemöhle, Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA), Hochschule Vechta

In der AG steht die Frage im Zentrum, wie landwirtschaftliche Betriebe gleichzeitig ökologisch und wirtschaftlich arbeiten können und somit auch Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen und ein Beitrag zu gesunder Ernährung geleistet werden kann. Diese Fragestellung soll durch die Besichtigung eines ökologischen Modellhofes konkretisiert werden. Da am Beispiel der Landwirtschaft sehr gut das Dreieck der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie und Soziales - verdeutlicht und reflektiert werden kann, soll in der AG überlegt werden, wie das Thema nachhaltige Entwicklung an Beispielen aus dem Bereich der Landwirtschaft in den Unterricht integriert werden kann. Entsprechende Projekte und Unterrichtseinheiten werden mit Hilfe der in der AG gewonnenen Einsichten und vorgestellten Informationen geplant.


AG 6: Gesundheit und Nachhaltigkeit

Leitung:PD Dr. Thomas Bock, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Hamburg-Eppendorf, Annemarie Krämer, Verein "Irre menschlich Hamburg e.V.", und Lars Libuda, Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund
Moderation: Peter Jensen, ehem. Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen des Landes Schleswig-Holstein

Das Thema Gesundheit und Nachhaltigkeit wird in der AG auf Kinder und Jugendliche bezogen, wodurch sich in besonderer Weise konkrete Bezüge zur Schulpraxis ergeben. Mit Hilfe von Expert(inn)en wird die Problematik anhand von zwei Beispielbereichen erarbeitet:

1. Seelische Gesundheit

Reizüberflutung, Sinnentleerung, Perspektivlosigkeit - unsere Gesundheit ist zunehmend auch und vor allem seelisch bedroht. Gleichzeitig sind psychische Erkrankungen aber auch Ausdruck von menschlicher Möglichkeit, besonderer Dünnhäutigkeit und von Lebenskrisen. Die verbreiteten Vorurteile gegenüber psychisch Kranken zeichnen dagegen ein Bild von Gefährlichkeit und Unberechenbarkeit, Versagen und Schuld. Psychisch Erkrankte und ihre Familien leiden unter diesen Vorurteilen oft mehr als unter den Symptomen. Das "Stigma" wird zur zweiten Erkrankung. Angst verhindert, dass junge Menschen sich rechtzeitig Hilfe für sich selbst holen oder sich als Angehörige zu erkennen geben. Zum Auftrag von Schule gehört auch, auf Lebenskrisen vorzubereiten.

Die Arbeit von "Irre menschlich Hamburg" wird von (ehemaligen) Patienten, Angehörigen und Therapeuten getragen. Die Lehrkräfte bekommen authentische Materialien "aus erster Hand", die Schüler(innen) die Chance zu unmittelbarer Begegnung. Krisenerfahrene Menschen als "Lebenslehrer" sollen helfen, Toleranz im Umgang mit anderen und Sensibilität im Umgang mit sich selbst zu fördern; beides sind wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige seelische Gesundheit. Erfahrungen aus über hundert Unterrichtsprojekten für alle Altersstufen werden dargestellt. Schüler(innen) profitieren als selbst Gefährdete, potentielle Angehörige, vor allem aber als Mitbürger. Lehrkräfte erhalten Anregungen für ihren Unterricht, aber auch für die schwierige Orientierung zwischen Einflussnahme und Gelassenheit im Einzelfall.

2. Ernährung

Es wird ein Forschungsprojekt vorgestellt zu den Möglichkeiten, in der Schule gesundes Ernährungsverhalten zu lernen. Die AG wird sich mit zentralen Aspekten gesunder Ernährung von Kindern und Jugendlichen sowie mit der Frage, wie dieses Thema in der Schule angegangen werden kann, befassen.


AG 7: Lebens(t)raum Sport - fit - friedlich - fair - für Eine Welt Vorbereitung des 6. Internationalen Projekttages der unesco-projekt schulen

Leitung: Karl Hußmann, Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen des Landes Nordrhein-Westfalen
Referenten: Klaus-Michael Poetzke, Leiter des Projektes "Sport gegen Gewalt" beim Landessportbund Schleswig-Holstein, und Falk Bloech, Minden (früher Oberstufen-Kolleg Bielefeld)

Alle zwei Jahre veranstalten die unesco-projekt-schulen Projekttage, zu denen sie auch andere interessierte Schulen und Organisationen einladen. Die positive Spannung der Projekttage liegt gerade darin, dass jede Schule eigene Schwerpunkte setzen, ein ganz eigenes Profil für den Projekttag entwickeln kann, dies aber im Wissen tut, dass viele am gleichen Strang ziehen, dass alle Aktivitäten in ein übergreifendes Netz einfließen. Je mehr Knoten sich bilden, desto fester und tragfähiger wird das Netz.

Bei der Jahrestagung 2004 in Frankfurt wurde auf Anregung der Projekttags-AG mit überwältigender Mehrheit "Lebens(t)raum Sport - fit - friedlich - fair - für Eine Welt" für den 6. Projekttag gewählt, der am 26. April 2006 stattfinden wird, und eine Leitlinie zur langfristigen Vorbereitung des Tages und zur unterrichtlichen Anbahnung entworfen. Auf der Basis der Ergebnisse der Arbeitsgruppe erstellte die Steuergruppe Projekttag den Aufruf, der zwischenzeitlich über das Forum verbreitet wurde.

Auch für den 6. Projekttag wird die Planung wieder an die RegionalkoordinatorInnen gekoppelt, aus deren Mitte sich eine Steuergruppe gebildet hat, die, auf der Grundlage von Überlegungen aus der Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Projekttages und der Beschlüsse der Jahrestagung, gemeinsam mit der Bundeskoordination Rahmenvorgaben macht. Die Bundeskoordination wird - wie bei den vorherigen Projekttagen - die zentrale Anlaufstelle zur abschließenden Koordination bilden.
Aufgaben der AG:
  • Darstellung des Planungsstandes zu schulübergreifenden Aktivitäten im Rahmen des Projekttages
  • Möglichkeiten der Einbindung von Schulen in gemeinsame Aktionen
  • Vorstellung von Partnerprojekten
  • Möglichkeiten der Vernetzung von Schulen auf lokaler Basis
  • Aufbau einer Ideenkiste zur attraktiven und schülerorientierten Gestaltung des Projekttages
  • Ggf. Sichtung der Handreichungen, Erstellung von Formbriefen, Plakatentwürfen etc.

AG 8: Soziale Dimensionen der Nachhaltigkeit Islam im Alltag: Welche Rolle spielt er bei der Integration?

Leitung: Dr. Necla Kelek, vormals Evang. Fachhochschule für Sozialpädagogik Hamburg

Immer öfter berichten Lehrer, Klassenkameraden, Eltern von Vorkommnissen wie folgende: musli-mische Kinder, die nicht zum Schwimmunterricht erscheinen, muslimische Schülerinnen, die nicht an der Klassenfahrt teilnehmen, muslimische Schülerinnen und Schüler, die vom Sexualkundeunterricht abgemeldet werden. Stets wird auf die Religionsfreiheit und darauf verwiesen, dass der Islam dies verbiete. Kann da Schule noch ein Ort sein, der Integration fördert?

In Deutschland leben ca. 2 Millionen muslimische Migranten türkischer Herkunft. Unter den hier Geborenen gewinnt das Bekenntnis zum Islam immer mehr an Bedeutung. Nach einer Studie des Zentrums für Türkeistudien definierten sich 2003 71% der Migranten als religiös, davon 19 % als sehr religiös. Im Jahr 2000 waren es noch 14 % weniger. Da drängt sich die Frage auf: Ist der Islam, ist die Bindung an die mitgebrachte Religion etwas, was Integration fördert? Eine offene Gesellschaft muss die religiöse Freiheit schützen und Toleranz gegenüber anderen Kulturen wahren. Doch wo sind die Grenzen?

Das Seminar beleuchtet den religiösen Hintergrund und bietet einen Einblick in den Lebensalltag türkisch-muslimischer Migranten:
  • Die Entstehung der Umma (islamische Gemeinschaft) und das Verhältnis zu Andersgläubigen
  • Die Leitbilder der Umma: Ehre, Würde, Respekt, Familie
  • Geschlechtsspezifische Erziehung: Männer- und Frauenrolle zwischen Tradition und islamischer Religiosität
  • Der Alltag und das Lebenskonzept der türkisch-muslimischen Familien: Welche Rolle spielt in dieser Konzeption das 'Heiraten'?
  • Islamischer Alltag in Deutschland: islamische Vereine, Moscheen und ihre Aktivitäten
  • Koranschulen und islamischer Religionsunterricht oder Werteunterricht an deutschen Schulen?
Vor diesem Hintergrund sollen die Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Entwicklung sowie Probleme der Umsetzung des Konzeptes "Nachhaltigkeit lernen" und mögliche Beiträge der Schulen in diesem Zusammenhang reflektiert werden.


AG 9: Agenda 21 und Konsum

Leitung: Bettina Watermann, Agenda 21 Büro, Akademie für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein, Neumünster, und Peter Gnielczyk, Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin

"Dicke Kinder - arme Gesellschaft! Denn sie wissen nicht, was sie da essen." - Welche Auswirkungen hat unreflektiertes Einkaufsverhalten auf unsere Gesellschaft und auf die Menschen anderer Kontinente?

"Kohlbauern verfüttern ihren Kohl an Schafe" und "Milchbauern schütten Milch in den Gulli" - Welchen Wert haben heute noch Lebensmittel, Produzenten, Vieh und Verbraucher und warum ist der faire Handel inzwischen auch für unsere Bauern überlebensnotwendig?

"Produkte, die die Welt nicht braucht!" und "Butter aus Irland für Schleswig-Holstein: Eulen nach Athen tragen!" - Einkauf mit Anstand, Verstand und Freude.

"Unser Wasser in fremder Hand?" - Zur Privatisierung unseres Trinkwassers und zur Daseinsvorsorge: die Verantwortung von Verwaltung und Politik.

"Eine langfristige Implementierung der Werbebotschaft findet durch ... die emotionale, jugendgerechte Aufladung der Produkte und Marken statt" (aus einem Werbeflyer der YOU-Messe) - Werbung und Konsum - Produkte, die eine Story erzählen, die nicht immer wahr ist.

In dieser Arbeitsgruppe werden wir uns mit Beziehungs- und Handelsverflechtungen von Verbrauchern, Produkten und Produzenten sowie der eigenen Werteorientierung und dem eigenen Konsumverhalten, die stark von der Werbung mitbestimmt werden, auseinander setzen.

Macht und Ohnmacht von Konsumenten und Produzenten vor dem Hintergrund von Globalisierung und Kommerzialisierung werden mit einem zeitgemäßen Bildungsauftrag und seinen Möglichkeiten in Beziehung gesetzt. Hierbei werden wir auch Übungen einsetzen und gegebenenfalls anpassen sowie gemeinsam Ideen für Unterrichtseinheiten entwickeln. Ziel ist es, Konzepte kennen zu lernen bzw. zu erarbeiten, die geeignet sind, die Schülerinnen und Schüler in der Wahrnehmung ihrer Gestaltungskompetenz zu stärken und zu kritischen und mündigen Verbrauchern zu erziehen.


AG 10: Medien und nachhaltige Entwicklung

Leitung: Dr. Thomas Winkler, Leiter der KiMM-Initiative, Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, Universität Lübeck

Warum und wie können beim Lernen von Nachhaltigkeit digitale Medien eine besondere Rolle spie-len? Der Einsatz digitaler Medien im Kontext physischer Gestaltung und körperlichen Ausdrucksver-haltens fördert die Kompetenz, vernetzt und systemisch zu denken und zu handeln.

Die AG vermittelt,

  1. wie innovative und motivierende handlungsorientierte Unterrichtsformen mit neuen Medien realisiert werden können und stellt Möglichkeiten dieser Medien anhand von Unterrichtsbeispielen (Videoclips) vor. Die Teilnehmenden werden in die Handhabung diverser Medien eingeführt.

  2. Die Teilnehmenden lernen, wie Animationen zu erstellen, Video und Ton zu bearbeiten, Bilderken-nung ikonisch zu programmieren ist u.v.a. Auch lernen sie, wie dies Kindern und Jugendlichen optimal in einem fächerverbindenden, projektorientierten Unterricht vermittelt wird.

  3. Die Teilnehmer realisieren eigene kleine Projekte, die sie in ähnlicher Form im Schulunterricht un-mittelbar anwenden können. Sie erhalten von KiMM kostenlos die entsprechende Software und eine Daten-DVD mit Tutorials und vielen weiteren Beispielen.

AG 11: Konzepte der Nachhaltigkeit im Bereich des Welterbes

Leitung:Dr. Hans-Wolf Rissom, Verein der Welterbestätten Deutschland e.V., Steffen Noack und Walter Tausendpfund, Welterbe-Projektkoordinatoren der unesco-projekt-schulen

Die AG Welterbe wird sich mit dem Problembereich Nachhaltigkeit konkret am Beispiel von Lübeck und Hamburg befassen. Dabei werden die historischen Bauten, Denkmäler und Stadtentwicklungen der Welterbestätte Hansestadt Lübeck und der Hansestadt Hamburg unter drei Aspekten beleuchtet:
  • Welche neuen technischen Möglichkeit gibt es, nachhaltiger Welterbestätten zu schützen und zu erhalten?
  • Wie können Welterbestätten nachhaltig vor Fanatismus und Gewalt (Statuen von Bamian, Dubrovnik) und vor Krieg (Altstadt Lübecks etc.) geschützt werden?
  • Wie können wirtschaftliche Entwicklungen und der Erhalt von Welterbestätten nachhaltig in Einklang gebracht werden (Rolle der Hanse früher, Rolle der EU-Erweiterung und der Globalisierung heute)?
Die AG will Spezialisten befragen, auf Exkursionen in Lübeck und Hamburg Antworten sammeln, diese diskutieren, zusammenfassen und der Jahrestagung vorstellen.

Es wäre für die Arbeit sehr hilfreich, wenn Kolleg(en)innen aus dem Unterrichtsbetrieb bereits Modelle mitbringen könnten, in denen
  • entweder erarbeitet wurde, welche ideellen Hintergründe mit einzelnen Welterbestätten verbunden sind,
  • oder auch schon herausgestellt wurde, wie einzelne Erbestätten sich untereinander im Hinblick auf verschiedene Thematiken verknüpfen lassen, z.B. Stadtkultur: Lübeck - Prag - Dubrovnik - Sana'a - Bamberg, Formen des Totenkultes: Pyramiden - Tadsch Mahal etc.

AG 12: Gestalten statt Wegwerfen - Kunst und Nachhaltigkeit

Leitung: Ortwin Goertz, ehem. Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen des Landes Nordrhein-Westfalen, Oberhausen

Neben Leitbildern der Erhaltung und Entfaltung als Voraussetzung für den Erfolg nachhaltiger Entwicklung tritt zunehmend auch das Leitbild der Gestaltung hinzu. Gestalten bedeutet nicht, dass der Mensch sich zum Manager über das "außer Kontrolle geratene" naturwüchsige Weltsystem erhebt, um eine Havarie zu verhindern, vielmehr meint "Gestalten" die Schaffung lebendiger Strukturen, die einem dauerhaften Gleichgewicht von Werden und Vergehen, von Wollen und Können entsprechen.

Bei der Verwendung des ambivalenten Begriffs "Ressource" schwingt heute ein Bewusstsein mit von sorgsamem Umgang mit Vorräten, die einst immer sprudelnde Lebensspender schienen, durch maßlose Ausbeutung nun aber ihre Begrenzung zeigen und damit kostbarer werden denn je.

Die Art, wie Künstler Materialien, Elemente, Energien verwenden und reflektieren, könnte Anregungen geben, Perspektiven und Wertungen neu zu setzen. In der AG "Gestalten statt Wegwerfen" soll eine Art von Kunst betrachtet werden, die nicht darauf abzielt, Gegenstände herzustellen, sondern vielmehr versucht, das, was ohnehin da ist, aber vielleicht übersehen wird, nicht mehr zu gebrauchen ist und weggeworfen wird, erneut sichtbar zu machen, anders anzuordnen, Licht auf bestimmte Konstellationen zu werfen, bevor sie sich wieder entziehen, und ihnen eine andere Art von Lebendigkeit zu verleihen, die die Aufmerksamkeit des Betrachters wieder fesselt. So könnte ein Stück Abfall durch seine Einbindung in einen neuen Kontext zu einer Skulptur hochstilisiert werden, bei der nicht nur der Gegenstand oszilliert, sondern auch der Kontext.
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