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Seminar Nachhaltigkeit lernen
Nachhaltigkeit lernen - Wegweiser zum verantwortungsvollen Konsum
Vom 2.-4. November 2005 wurde von den unesco-projekt-schulen in Schleswig Holstein eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Nachhaltigkeit lernen" durchgeführt, an der neben LehrerInnen auch SchülerInnen und Eltern teilnahmen. Das Seminar wurde zu drei Themenschwerpunkten durchgeführt, zu denen es jeweils ein einführendes Referat gab. Danach wurde in Kleingruppen an Unterrichtskonzepten zu den jeweiligen Themen gearbeitet.
Als erstes referierte Dr. Ulrike Johannsen vom Institut für Ernährungs- und Verbraucherbildung in Flensburg über das Trinkverhalten von Kindern und Jugendlichen und die Auswirkungen auf Allgemeinbefinden und Leistungsfähigkeit. Aktuelle Studien zeigen, dass es gerade für Kinder und Jugendliche wichtig ist, ausreichend Flüssigkeit (Wasser) zu sich zu nehmen. Es sollte an den Schulen zur Selbstverständlichkeit werden, dass alle SchülerInnen auch im Unterricht trinken dürfen.
Im zweiten Vortrag zum Thema "Fairer Handel - Möglichkeiten der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit" stellte Christoph Bill vom Mobile Bildung e.V. klar, dass Kauf von üblichem Kakao in aller Regel immer noch die stillschweigende Akzeptanz der faktischen Ausbeutung weiter Bevölkerungsteile in den Anbauländern bedeutet. Eine Alternative hierzu sind Produkte, die nach Prinzipien des "Fairen Handels" hergestellt werden. Der Verein bietet für Schulen Ausstellungen, Seminare usw. an und liefert konkretes Material, z.B. in Form einer neu zusammengestellten "Kakaokiste".
Als drittes wurde das Projekt "YouthXchange - towards sustainable lifestyles, training kit on responsible consumption" vorgestellt. Patrizia Lugo Loprieno, die das Programm im Auftrag von UNESCO und UNEP entwickelt hat, machte mit den TeilnehmerInnen einen Schnellstdurchlauf durch das vielschichtige Informationsangebot, das sich unter der Internetadresse www.youthxchange.net finden lässt. Ausdrückliches Ziel des Programms ist es, junge Menschen als die zukünftigen Konsumenten zu "sustainable consumption" anzuregen, ohne dabei die Moral- bzw. Verbotskeule zu schwingen. Vielmehr wird auf sachliche Aufklärung gesetzt, auf Information über die Negativfolgen des Massenkonsums sowie über die vielfältigen Möglichkeiten, einen "nachhaltigen" Lifestyle auszubilden. Nahezu jeder denkbare Aspekt - von Ernährung über Kosmetik und Kleidung über Wohnen bis hin zu Reisen - ist abgedeckt, man kann sich umfassend informieren und rasch konkrete Hinweise auf Konsumalternativen einholen.
Evelin Schultheiß, die als Mutter am Seminar teilgenommen hat, berichtet, die Referate seien "jedes für sich, weit über den eigentlichen Bezugsrahmen Unterricht hinaus, ausgesprochen spannend" gewesen. In der zweiten Hälfte der Tagung wurden von den TeilnehmerInnen zu den vorgestellten und diskutierten Themen Unterrichtsprojekte entwickelt. Es sind zwar alle Kleingruppen zu ersten Arbeitsergebnissen gekommen, aber aufgrund von Zeitknappheit wurden die konkreten Unterrichtsentwürfe von den beteiligten Lehrern und Lehrerinnen erst nach dem Seminar ausgearbeitet. Eine Schülerin meinte als Resümee zum Seminar, sie habe bisher gar nicht gewusst, wie aufwändig Unterrichtsvorbereitung eigentlich sei. Neben der fachlichen Information hat das Seminar somit einen zusätzlichen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis geleistet. Von Bärbel Maitin, der Regionalkoordinatorin der unesco-projekt-schulen des Landes Schleswig Holstein wird angeregt, Eltern und SchülerInnen öfter an Fortbildungsveranstaltungen zu beteiligen.
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