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Tsunami
Verwendung von eingegangenen Spendengeldern im Jahr 2005
zur humanitären Sofort- und Aufbauhilfe im Zusammenhang
mit der Tsunami-Katastrophe in Sri Lanka
Vorbereitung
Im Angesicht des Leides und der Not, die der Tsunami im Dezember 2004 verursacht hat, war die Hilfsbereitschaft an den unesco-projekt-schulen groß. Es wurden bis Juli 2005 insgesamt 10.700 Euro Spendengelder an die Deutsche UNESCO-Kommission überwiesen. Diese Gelder wurden in Abstimmung mit dem Bundeskoordinator der unesco-projekt-schulen, Dr. Karl-Heinz Köhler, für konkrete Hilfsmaßnahmen und Wiederaufbauprojekte in dem Katastrophengebiet eingesetzt.
Zunächst war es schwierig, geeignete Kooperationspartner vor Ort zu finden. Angesichts der großen Menge der weltweit gespendeten Gelder waren mögliche Ansprechpartner vor Ort überlastet und nicht erreichbar. Wichtig bei der Verteilung der Gelder war der Bundeskoordination der unesco-projekt-schulen, dass die Hilfszahlungen nicht im Bürokratieapparat der Länder oder großer Organisationen stecken bleiben konnten, sondern möglichst effektiv vor Ort eingesetzt wurden. Die sicherste Methode, dieses Ziel zu erreichen, besteht darin, mit dem Geld in der Krisenregion des Tsunami-Gebietes mit Hilfe von vertrauenswürdigen Personen direkt vor Ort Hilfe zu leisten. Mit Herrn und Frau Dippold, die persönliche Kontakte in die Krisenregion haben, wurden hierfür die geeigneten Kooperationspartner gefunden. Herr Dippold ist Lehrer an der Hans-Wilsdorf-Schule, einer unesco-projekt-schule in Kulmbach, und hat drei Jahre in einem landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum in Sri Lanka gearbeitet. Frau Dippold stammt aus Sri Lanka, beherrscht die dortige Sprache und hat Familienangehörige in Sri Lanka. Sie selbst engagiert sich für den Verein „Direkthilfe Sri Lanka“ und widmet sich vor allem der Unterstützung von Waisenheimen in der vom Tsunami betroffenen Region.
Herr Dippold erklärte sich bereit, im Rahmen eines dreiwöchigen Aufenthaltes vor Ort geeignete Schulen und Projekte zu finden. Dies war ein mutiges und gefährliches Unterfangen, das ohne seine Mithilfe in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Dafür dankt ihm die Bundeskoordination der unesco-projekt-schulen. Außerdem danken wir auch Frau Dippold, Herr K. Karanangoda und Herr C. Joseph, die vor Ort dabei halfen, Kontakte herzustellen und Reisen auch in abgelegene Gebiete zu ermöglichen.
Bericht über Verwendung der Spendengelder
Herr Dippold hat sich vom 14. August bis zum 4. September 2005 in Sri Lanka aufgehalten. Durch die bereits bestehenden Kontakte vor Ort konnte er schnell und effektiv Schulen aufsuchen, die vom Tsunami betroffene Schüler aufgenommen haben. Die meisten der durch den Tsunami zerstörten Schulen wurden nicht wieder aufgebaut, sondern die SchülerInnen auf andere Schulen im Umkreis verteilt.
1. Das Don Bosco – Technical Centre, Ettucuala - Negombo
Im Don Bosco Technical Center, einer technisch orientierten Schulen, wurde Herr Dippold am 15. August als Beauftragter der unesco-projekt-schulen empfangen. Unterrichtet werden an dieser Schule verschiedene technische Fachbereiche. Diese Schule hat nach dem Tsunami als Auffanglager gedient. Es gehen dort auch Schüler und Schülerinnen zur Schule, die direkt vom Tsumani betroffen sind, u. a. auch Waisenkinder. Ausgebildet wird dort auch im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe für den Wiederaufbau. Die überreichten Spendengelder in Höhe von 7500 Euro werden ausschließlich für den Ausbau und die dringend notwendige Modernisierung der schuleigenen Bäckerei verwendet. In der Bäckerei sollen Schüler und Schülerinnen der Schule das Backhandwerk erlernen. Im Einzelnen ist der Kauf eines Backofens, mehrerer Mixmaschinen, einiger Rollwägen für Brote und von weiterem Zubehör geplant. Es wird vereinbart, zur Erinnerung an die Hilfe der deutschen unesco-projekt-schulen eine Schrifttafel am erneuerten Gebäude anzubringen. Da eine Partnerschaft mit dem Beruflichen Bildungszentrum der Hans-Wilsdorf-Schule in Kulmbach geplant ist, wird auch in Zukunft ein Kontakt zur Schule bestehen bleiben und der Ausbau der Bäckerei dokumentierbar sein.
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| Im Gepräch mit Pater Xavier, dem Leiter des Don Bosco-Technical-Centre | Von der Schule aufgenommene Kinder, die vom Tsunami betroffen sind |
2. St. Joseph’s Church, Nilaveli 31010, Schule in Trincomalee
Am 26. August 2005 unternahm Herr Dippold eine Autofahrt nach Trincomalee. Dieser Ort war während des Tsunami stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Es ist nicht ungefährlich, dorthin zu reisen, da es neue Kämpfe zwischen Tamil-Tigers und Muslimen gibt. Auf der Reise wurden überall Militär- und Polizeicheckpoints angetroffen. Trotz dieser Gefahren wurde der Ort von Herrn Dippold aufgesucht, um in dieser unterversorgten Region mit Spendengeldern zu helfen. Mit Pater Gunan, einem sehr aktiven Seelsorger, der in bescheidenen Verhältnissen lebt, wird gemeinsam die Schule in Trincomalee besucht. Es werden ihm 500 Euro übergeben, mit denen die Anschaffung von Fahrrädern für Schüler und Schülerinnen bezahlt werden soll. Diese Schulkinder sind direkt vom Tsunami betroffen, sie laufen zurzeit teilweise 5 bis 10km zu Fuß bis zur Schule. Mit den neuen Fahrrädern können sie in Zukunft die Schule leichter und sicherer erreichen.
3. Special Educational Services Society Polommaruwa, Tangalle
Ein Besuch der Taubstummen- und Blindenschule in Tangalle erfolgte am 31. August 2005. Diese Schule wurde während des Tsunami zum Teil zerstört. Bruder Perera vom Orden der Marist-Brothers berichtet über die Situation. Zur Schule gehört ein Heim, in dem Kinder aus der Unterschicht, die zum Teil in Ihren Elternhäusern brutalen Misshandlungen ausgesetzt waren, untergebracht sind. Für die Kinder des Heimes der Schule stellt die Regierung momentan pro Tag nur 10 Rupien (ca. 8 Cent) zur Verfügung. Der Rest wird durch Spenden und Kollekten finanziert. Der Umfang der Spenden aus der einheimischen Bevölkerung, die selbst vom Tsunami betroffen ist, hat seit der Katastrophe abgenommen. Alle Mitarbeiter incl. der Lehrer arbeiten praktisch unentgeltlich. Während des Tsumani sind 12 Schüler und ein Lehrer auf Ihrem Weg nach Tangalle ums Leben gekommen. Mit den an den Direktor der Schule überreichten 1000 Euro Spendengeldern wird die Internats- und Schulsituation durch besondere Schutzvorrichtungen im Außenbereich verbessert.
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| Blinde Schüler und Schülerinnen in Tangalle | Geldübergabe an den blinden Direktor der Schule |
4. Holy Cross College, Kalutara
| Am 02.09.2005 findet ein Besuch des Holy Cross Zentrums incl. der angegliederten Schule statt. Das Holy Cross Zentrum hat mehrere Zweigstellen. Ein Schulkomplex davon wurde vom Tsumani zerstört und soll nun wieder aufgebaut werden. Hierfür wurde ein neues Grundstück, das weiter weg vom Strand liegt, gekauft. Für den „ersten Baustein“ des Neubaues werden dem Holy Cross College 500 Euro übergeben. |
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| Geldübergabe an den Schulleiter, Pater Perera |
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Verwendungsnachweis
I. Sofort- und Aufbauhilfe
| Adressat |
Verwendungszweck |
Betrag in Euro |
1. Don Bosco Technical Centre Ettucala – Negombo |
Ausbau und Ausstattungsverbesserung der schuleigenen Bäckerei |
7500.- |
2. St. Joseph’s Church Nilaveli, 31010 Trincomalee |
Ankauf von Fahrrädern für auswärtige Schulkinder mit größeren Schulentfernungen |
500.- |
3. Special Educational Services Society Polommaruwa, Tangalle |
Verbesserungen der Internats- und Schulsituation (insbesondere Schutzvorrichtungen im Außenbereich) |
1000.- |
4. Holy Cross College Kalutra |
Hilfe zum Neubau einer Schule (Ausgleich für vom Tsunami vollkommen zerstörten Schulkomplex) |
500.- |
II Reisekosten
| 1. Flug von Herrn Dippold |
723.- |
| 2. Zuschuss zu Fahrten Kulmbach-Frankfurt a. M. und zurück |
77.- |
| 3. Für Fahrten mit PKW der Firma Ranjith Rent a Car |
400.- |
Alle restlichen Ausgaben (z. B. für Hotels, Verpflegung etc.) hat Herr Dippold aus eigener Tasche bezahlt.
Summe 10.700 Euro
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