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>> Seminare / Märchenworkshop in Isfahan


Schneewittchen in Iran

Aus einer E-Mail von Herrn Manfred Grüter von der Königin-Luise-Stiftung Berlin, der als Projektkoordinator für den Dialog mit Iran den Märchen-Workshop im April 2008 in Isfahan/Iran organisiert und geleitet hat:

„Wir sind zwischenzeitlich von einer äußerst interessanten und gelungenen Projektreise aus Iran zurückgekehrt. Mit jüngeren Schüler(inne)n haben wir dort zusammen mit der Kultur- und Bildungsorganisation Kanoon einen Märchenworkshop durchgeführt. Wir haben 10 Schüler mitgenommen im Alter von 10 bis 14 Jahren, Jungen und Mädchen. Zusammen mit gleichaltrigen iranischen Kindern (ebenfalls Jungen und Mädchen) haben wir an historischen Orten in Isfahan - im Basar, in einem alten Hamam (Bad), auf einem Friedhof und auf dem großen Platz vor den Moscheen und dem Ali Qâpu-Palast - Szenen aus „Schneewittchen“ unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gespielt. Die Eindrücke der Schüler(innen) wurden nachmittags in Kreativworkshops aufgearbeitet. Es war großartig, da unsere Schüler(innen) (…) auch viel aufmerksamer mit den iranischen Kindern die Geschichte und Bedeutung der Weltkulturerbestätten in Isfahan wahrgenommen haben. Es gab von Beginn an keine Verständigungsschwierigkeiten.
Am letzten Tag wurde die Hochzeitszene auf dem großen Platz (in Isfahan) mit einem iranischen Schneewittchen und einem deutschen Prinzen  gespielt. Die Hauptfiguren des Märchens hatten unsere Schüler(innen) als Holzgliederpuppen mitgenommen, die von ihnen eingekleidet wurden. Hochzeitspaar und Gäste fuhren in Kutschen vor dem Ali Qâpu-Palast vor. Dort bildeten zahlreiche Jugendliche ein Spalier, durch das das Hochzeitspaar mit 'Mobarak'- und 'Viel Glück’ - Rufen auf den Palast zugegangen ist. Von allen Teilen des Platzes kamen Menschen zusammengelaufen, es bildeten sich große Zuschauergruppen (…). Der große Platz Naghsh-e Jahan soll der größte umbaute Platz der Welt sein. Die Schüler haben sich unter (..) Tränen nach dieser Szene verabschiedet. Auch einige der Zuschauer haben geweint und in den Gesprächen und Nachfragen über das, was wir machen, immer wieder betont: Macht weiter so, das Verständnis der Jugend, die Freundschaft der Kinder unserer beiden Länder ist die beste Grundlage, um eine Zukunft in Frieden und gegenseitigem Respekt voreinander zu gestalten.
Nach dem Workshop schloss sich eine einwöchige Reise mit den Kindern zu den Wüstenstädten Yazd und Kharanaq an, wir haben die Türme des Schweigens der Zoroastrier besichtigt, zwei Tage in der Wüste gelebt und sind dann nach Shiraz und Persepolis gefahren und haben zum Abschluss noch Besichtigungen in Teheran durchgeführt.


Der Märchenworkshop wird im Frühjahr 2009 in Berlin fortgeführt. Dann kommen die iranischen Kinder mit ihren Märchencharakteren nach Berlin. Wir werden (..) etwas Vergleichbares hier durchführen. Danach soll alles dokumentiert werden, mal sehen wie: vielleicht durch eine Ausstellung oder ein Dialog-Märchenbuch mit Bildern und kleinen Berichten der Kinder. Ein Film ist auch in Arbeit.“

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