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Konzept - 42. Jahrestagung 2007

„Zusammenleben lernen – in kultureller Vielfalt“
42. Jahrestagung der UNESCO-Projektschulen
16. – 20. September 2007 in Berlin

Die deutschen unesco-projekt-schulen gehören zum Schulnetz der UNESCO mit derzeit ca. 8000 Schulen weltweit. Sie widmen sich im Sinne der Zielsetzungen der UNESCO der Menschenrechts-, Demokratie- und Friedenserziehung, dem interkulturellen sowie globalen Lernen und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Zentral für die Arbeit sind Begegnungen und Projekte von Jugendlichen und Lehrenden auf nationaler und internationaler Ebene sowie Kooperationen mit gesellschaftlichen Akteuren. Die wichtigste Veranstaltung in diesem Zusammenhang ist die Jahrestagung, an der etwa 180 Personen - meist Lehrkräfte, aber auch Schüler(innen) - aus dem gesamten Bundesgebiet sowie internationale Gäste teilnehmen.

Für jede Jahrestagung wird ein inhaltlicher Schwerpunkt festgelegt. Die unesco-projekt-schulen haben das Thema „Zusammenleben lernen – in kultureller Vielfalt“ für ihre 42. Jahrestagung vom 16. bis 20. September 2007 in Berlin gewählt, da es auf eine relevante aktuelle Problematik zielt, bei der es ganz zentral um die Ziele der UNESCO und die Leitlinien der unesco-projekt-schulen geht: die Frage des Umgangs mit Personen oder Gruppen aus anderen Kulturen – in der Schule, in der Gemeinde oder Stadt, im eigenen Land, aber auch auf der internationalen Ebene. Bei dem Thema steht das Zusammenleben mit Migrant(inn)en und Personen mit Migrationshintergrund im Vordergrund. Dabei wird an Erfahrungen angeknüpft, die in der Schule alltäglich sind. Gerade in diesen Alltagssituationen erscheinen die großen Fragen, um die es der UNESCO geht, in einer anschaulichen Weise, z.B.

  1. die Menschenrechte, etwa das Recht auf Bildung, dessen angemessene Umsetzung zu diskutieren ist, wenn anteilmäßig Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in viel geringerem Ausmaß als deutschstämmige Schüler(innen) die Schulabschlüsse erreichen, die notwendig sind, um gute Chancen für das Berufsleben zu haben,
  2. die Verständigung zwischen Personen bzw. Gruppen mit unterschiedlicher kultureller Sozialisation,
  3. das friedliche Miteinander von Einzelnen bzw. Gruppen unterschiedlicher weltanschaulicher Prägung und verschiedenen Glaubens.

 
Wichtig ist dabei die Transzendierung des national begrenzten Problemverständnisses und das Erkennen der europäischen und globalen Dimension der vielfältigen Problemfacetten, durch die die Globalisierung im Lebensumfeld des Einzelnen erfahrbar wird.  Es sollen auch die vielfältigen Ursachen weltweiter Migration in die Betrachtung einbezogen werden sowie Antworten darauf und zukunftsweisende Konzepte, mit denen diesen Herausforderungen erfolgreich begegnet werden kann. Die Beschäftigung mit dem Thema „Zusammenleben lernen – in kultureller Vielfalt“ hat auch für das globale Lernen ganz zentrale Bedeutung, denn dadurch werden wichtige Grundlagen für eine positive Einstellung gegenüber internationaler Zusammenarbeit gelegt. Diese Basis braucht das globale Lernen, soll es wirklich nachhaltig sein.  
Zu den Grundsätzen der unesco-projekt-schulen gehört es, sich im Zeitalter der Globalisierung mit den damit zusammenhängenden Problemen auseinander zu setzen, die eigene Verantwortung in diesem Zusammenhang zu erkennen und sich ihr im Sinne von Handlungsorientierung zu stellen. Das bedeutet vor allem, Konzepte im Hinblick auf die Vermittlung und den Erwerb der Kompetenzen zu entwickeln und zu reflektieren, die in der globalisierten Welt notwendig sind. Dabei geht es insbesondere um eine Weiterentwicklung von Schule zu einer Schule im Zeitalter der Globalisierung, und zwar im Sinne der Zielsetzung der UNESCO, die in deren Medium – Term Strategy 2002 – 2007 als „globalization with a human face“ beschrieben wird (S.3).

Die Jahrestagung ist eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte, vermittelt den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern Informationen und Problembewusstsein und ist gleichzeitig ein Forum des Austausches und gemeinsamer Planung in Bezug auf die Arbeit der unesco-projekt-schulen in den nächsten Jahren. Es sind Grundsatzreferate vorgesehen. Der Schwerpunkt der Jahrestagung liegt aber auf den Arbeitsgruppen. Ziel ist es, auf der Basis bereits gewonnener Erfahrungen konkrete Konzepte für die Arbeit in den Schulen zu diskutieren, zu optimieren  bzw. zu erstellen, und zwar in Kooperation mit Experten. Dies soll in folgenden Arbeitsgruppen geschehen:

  1. Muslime, Migranten, Menschenrechte
  2. Integrationsland Deutschland?        
  3. Vorurteilsbewusste Erziehung
  4. Lebensrealität junger Migrant(inn)en
  5. Migration und Schule – eine Herausforderung  
  6. Geschichte und Geschichten – ein Workshop für interkulturelles Lernen
  7. Die Kulturwelterbestätten – Quellen der Vielfalt menschlicher Ausdrucksformen
  8. City Language Berlin – STREET ART                        
  9. Außerschulische Lernorte: Kulturelle Annäherung am Beispiel der Pädagogik des Jüdischen Museums Berlin
  10. Nebeneinander – Miteinander – Heimat finden – Wie viel Integration brauchen wir?    7. Internationaler Projekttag der unesco-projekt-schulen
  11. Evaluation und Qualitätsentwicklung der unesco-projekt-schulen

 

Die Ergebnisse werden in einem Doppelheft der Zeitschrift forum veröffentlicht, das nicht nur allen Schulen des UNESCO-Schulnetzwerkes in Deutschland zur Verfügung gestellt wird, sondern auch Schulen außerhalb des Netzwerkes und Multiplikatoren in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Die Aufsätze, Unterrichtseinheiten und Projektbeschreibungen werden außerdem über die Website der unesco-projekt-schulen (www.ups-schulen.de) allgemein zugänglich sein. Durch diese Maßnahmen und darüber hinaus durch Kooperationsbeziehungen der unesco-projekt-schulen mit Bildungseinrichtungen außerhalb des Netzwerkes werden die Ergebnisse der Jahrestagung verbreitet und zu einem wirksamen innovativen Impuls im Bildungssystem.

Eine Evaluation der Veranstaltung wird im Rahmen der anschließenden Tagung der Regionalkoordinator(inn)en der unesco-projekt-schulen und ihrer Ansprechpartner(innen) in den Kultusministerien auf der Basis der Ergebnisse einer Umfrage unter den Tagungsteilnehmer(inne)n stattfinden. 

 

unesco-projekt-schulen - Schillerstr. 59 - 10627 Berlin
telefon +49-30- 498088 45 - telefax +49-30- 498088 47

email: bundeskoordination@asp.unesco.de