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42. Jahrestagung 2007

„Zusammenleben lernen – in kultureller Vielfalt“
42. Jahrestagung der UNESCO-Projektschulen in Berlin

 

Schüler der Berliner Peter-Petersen-Schule führten Tänze aus verschiedenen Kulturen vor
Schüler der Berliner Peter-Petersen-Schule
führten Tänze aus
verschiedenen Kulturen vor

Unter dem Titel "Zusammenleben lernen – in kultureller Vielfalt" fand vom 16. bis 20. September 2007 in Berlin die 42. Jahrestagung des deutschen UNESCO-Schulnetzwerkes statt. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler der 185 deutschen UNESCO-Projektschulen, Vertreter der Kultusministerien und Koordinatoren des UNESCO-Schulnetzes anderer Länder setzten sich aus schulischer Perspektive mit dem Thema auseinander. Die Tagung stand unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Bundesrates, Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff, und des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Walter Momper. Die Eröffnung der Jahrestagung fand am Sonntag, 16. September 2007 im Plenarsaal des Bundesrates in Berlin statt. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth hielt den Festvortrag "Zusammenleben in kultureller Vielfalt – Wo stehen wir und was ist zu tun?" Dabei stellte sie fest: „Wir sind erst am Anfang des Zusammenlebens verschiedener Kulturen.“ Ihrer Meinung nach ist „Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht zu dulden“. Das bedeutet für das Bildungssystem: „Schule mit Schülern aus verschiedenen Kulturen braucht andere Rahmenbedingungen“, vor allem mehr Möglichkeiten der Individualisierung. Es gebe aber auch in den Schulen Deutschlands zu wenig Lehrkräfte mit Migrationshintergrund. Es komme besonders darauf an, „die Schüler mit Schwierigkeiten“ zu beteiligen, z.B. durch verstärktes Projektlernen. 

Staatssekretär Eckart R. Schlemm von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin, und der Stellvertretende Direktor des Bundesrates Gerd Schmitt richteten anschließend Grußworte an die Festversammlung.
Prof. Dr. Werner Wintersteiner von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt hielt am Montagmorgen den Impulsvortrag zum Thema „Lernen für die Weltgesellschaft – Für eine Neuorientierung in Schule und Bildung“. Dabei betonte er: „Es geht nicht nur um das Zusammenlernen für das Leben in kultureller Vielfalt, sondern auch um interkulturelles Lernen für die Weltgesellschaft“. Er arbeitete fünf Prinzipien für die Neuorientierung in Schule und Bildung im Zeitalter der Globalisierung heraus:

  1. Kritisches Denken
  2. Ganzheitliches Lernen statt einseitiger Fixierung auf das Kognitive, die durch PISA verstärkt wird
  3. Transkulturalität, was auch bedeutet, den monokulturellen Standpunkt zu überwinden
  4. Citizenship education, die auch Cosmopolitan citizenship umfasst
  5. Gewaltfreiheit    
Staatssekretär Eckart R. Schlemm; Gerd Schmitt, Stellvertretender Direktor des Bundesrates; Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D.; Dr. Karl-Heinz Köhler, Bundeskoordinator der unesco-projekt-schulen (von links nach rechts)
Staatssekretär Eckart R. Schlemm; Gerd Schmitt,
Stellvertretender Direktor des Bundesrates;
Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D.;
Dr. Karl-Heinz Köhler, Bundeskoordinator der
unesco-projekt-schulen (von links nach rechts)

In den dreitägigen Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer mit Experten und entwickelten mit ihnen Unterrichtskonzepte, die von den UNESCO-Projektschulen als Multiplikatoren in ganz Deutschland verbreitet und auch Schulen außerhalb des Netzwerkes zur Verfügung gestellt werden. Im Abschlussplenum am Mittwoch wurden die wichtigsten Ergebnisse bereits vorgestellt. Sie werden im „forum“, der Zeitschrift der UNESCO-Projektschulen, und auf deren Website veröffentlicht.

An der Veranstaltung nahmen auch  Koordinatoren des UNESCO-Schulnetzwerkes aus Frankreich, Lettland, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und Ungarn teil. Die Tagung wurde vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Berlin, und dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft unterstützt. Weitere Kooperationspartner waren: UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechtsbildung der Universität Magdeburg, Interkultureller Rat in Deutschland, Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation, Hamburg, Regierungspräsidium Freiburg, Staatliches Schulamt der Stadt Frankfurt a.M., Jüdisches Museum Berlin, IRRSINNIG MENSCHLICH e.V. Leipzig und Religionspädagogisches Zentrum der Evang.-Luth. Kirche in Bayern.

Filme der Robert-Jungk-Oberschule von der Jahrestagung als download:
1. Tag
2. Tag
3. Tag

 

 
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