| >> Jahrestagungen / 41. Jahrestagung 2006 | |||||||||||||||||||
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"Afrika - der vergessene Kontinent?"
Arbeitsgruppen
Jede Arbeitsgruppe läuft von Montag bis Mittwoch durchgehend, d.h. jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann nur eine der folgenden Arbeitsgruppen wählen. Bitte bringen Sie für die AGs Unterrichtseinheiten, Projektbeschreibungen, Materialien etc. mit.
AG 1: Weißsein und Schwarzsein in Deutschland
Deutschlands koloniale Vergangenheit, Konstruktion von Afrika in der Alltagskultur und die Geschichte von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland
Leitung: Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst, Universität Köln
Kein Kontinent wird so stereotyp und mit Vorurteilen behaftet wahrgenommen wie der afrikanische. Entscheidend ist dabei, dass meist nicht einmal bewusst ist, dass die Afrika-Bilder nicht mit der afrikanischen Wirklichkeit übereinstimmen. Viele dieser Bilder haben ihre Wurzeln in der Kolonialzeit und sind bis heute weitgehend unverändert geblieben. Besondere Unkenntnis herrscht in Bezug auf diese bereits weit zurückreichende Geschichte der afrikanisch-deutschen Begegnung. Die Kolonialzeit spielt im Bewusstsein der Bevölkerung, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, keine Rolle und wird bei älteren Menschen allenfalls verklärt ‚erinnert‘. Dass Menschen afrikanischer Herkunft seit vielen Jahrhunderten nach Deutschland kommen, sich hier niederlassen und Familien gründen, dass es schwarze Deutsche gibt, ist der breiten Bevölkerung nach wie vor unbekannt. Je öfter und intensiver man sich aber mit dem vermeintlich Fremden auseinandersetzt, seine eigenen Bilder des Fremden, Stereotypen und Klischees kennen lernt, desto weniger erscheint das Fremde als Bedrohung, sondern als etwas Interessantes und Bereicherndes, über das man mehr erfahren möchte.
Der Workshop führt in Deutschlands koloniale Vergangenheit sowie in die Geschichte von Menschen afrikanischer Herkunft in unserem Land ein, setzt sich mit Afrika-Stereotypen und Klischees auseinander und spricht auch einige neue theoretische Ansätze zu den genannten Themen an.
AG 2: Good Governance, Entwicklung einer Zivilgesellschaft und die Rolle von Oppositionsparteien am Beispiel von Benin, Kamerun und der DR Kongo
Leitung: Dr. Paul-Simon Handy, Institute for Security Studies in Pretoria
Seit Anfang der 90er Jahre hat sich die politische Landschaft Afrikas stark diversifiziert. Auf der einen Seite wird durch zahlreiche Kriege in Teilen des Kontinents der Staat in seinen Fundamenten in Frage gestellt, auf der anderen Seite haben einige Länder bereits einen demokratischen Konsolidierungskurs eingeschlagen. Zwischen diesen beiden Polen beharrt die große Mehrheit der Staaten auf einem Hybridendasein, das aus ihnen weder Demokratien noch Diktaturen macht. Ziel der AG wird es sein, die Vielfalt der politischen Situation in Afrika anhand dreier Länder (Benin, Kamerun und DR Kongo) zu dokumentieren. Ausgehend von einem geschichtlichen Überblick über Staatsbildung wird die Krise des Staates im Hinblick auf den Governance-Begriff (d.h. die Organisation und die praktische Funktionsweise des Staatsapparates, die demokratische Willensbildung und Rechtstaatlichkeit sowie die Beachtung der Menschenrechte) gemeinsam analysiert und die nationalen Besonderheiten hervorgehoben.
Am Ende sollen praktische Lösungsvorschläge herausgearbeitet werden, die sich auch mit den aktuellen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft kritisch auseinander setzen.
AG 3: Chancen und Probleme wirtschaftlicher Entwicklung in Afrika
Leitung: Prinz Kum’a Ndumbe III., Universitätsprofessor, Douala, Kamerun
Referentin: Anke Borggräfe, GTZ / Ländermanagerin Tansania und Uganda, Eschborn
Moderator: Eric Van Grasdorff, AfricAvenir International e.V., Berlin
Wirtschaftliche Entwicklung gilt als der Schlüssel für die Lösung zahlreicher Problemlagen. In der AG werden Chancen und Probleme wirtschaftlicher Entwicklung in verschiedenen Ländern Afrikas untersucht, wobei auch konkrete Projekte von Entwicklungshilfeorganisationen vorgestellt und diskutiert werden. Dabei soll ihre Bedeutung für die Armutsbekämpfung im Mittelpunkt stehen. In diesem Zusammenhang wäre es zum Beispiel auch möglich, auf das Problem der Migration einzugehen. Ein wichtiger Gesichtspunkt wird sein, wie die Staaten des Nordens effektiv Hilfe zur Selbsthilfe leisten können, die wirklich der Mehrheit der Menschen in dem jeweiligen Land zugute kommt.
AG 4: Bildung für alle - Zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele in ausgewählten Ländern Afrikas
Leitung: Andreas H. Schott, M.A., Basic Education Programme Namibia, Project Coordinator (GTZ), Windhoek, Namibia
Referentin: Trudie Amulungu, Generalsekretärin der Namibischen UNESCO-Kommission, Windhoek, Namibia; Dr. Ingrid Jung, Abteilungsleiterin, InWEnt, Bonn
Moderation: Peter Herrmann, ehem. Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen des Landes Baden-Württemberg
Von den Millenniums-Entwicklungszielen beziehen sich vor allem zwei auf den Bildungsbereich:
In Sub-Sahara-Afrika erhalten gegenwärtig weniger als zwei Drittel der Kinder eine Grundschulaus-bildung. Dieses Beispiel zeigt, welche Herausforderungen die Millenniums-Entwicklungsziele in vielen Ländern Afrikas darstellen. In der Arbeitsgruppe werden an ausgewählten Beispielen bisherige Schritte, Probleme und alternative Möglichkeiten der Umsetzung dieser Ziele im Bildungsbereich untersucht. Die Auseinandersetzung mit diesen Aspekten sollte auch Bezüge der anderen Millenniums-Entwicklungsziele zum Bildungsaspekt sowie Umfang und Möglichkeiten der Unterstützung durch die Länder des Nordens berücksichtigen.
Anhand von praktischen Projektbeispielen aus der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit in Afrika südlich der Sahara sollen im Hinblick auf das Ziel nachhaltiger Entwicklung durch Bildung auch Fragen zur Wirksamkeit technischer Zusammenarbeit im Bildungssektor aufgeworfen und Begründungen für die Notwendigkeit von Grundbildungsprojekten diskutiert werden.
Es wird dabei im Einzelnen auf folgende Themenkomplexe eingegangen, die mit Beispielen aus der alltäglichen Projektarbeit illustriert werden:
Am Ende der Arbeitsgruppe soll die Frage nach den tatsächlichen Erfolgsaussichten für die Umsetzung der sechs Education for All-Ziele und der eingangs erwähnten Millenniums-Entwicklungsziele gestellt und kritisch diskutiert werden, welche Schritte zukünftig unternommen werden müssen, um Bildung für alle zu erreichen.
AG 5: Schutz und nachhaltige Nutzung der Biodiversität in Afrika am Beispiel
des Wildkaffees im äthiopischen Bergregenwald
Leitung: Dr. Manfred Denich, Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn, und Eva-Maria Hartmann, Lehrerin und Fachberaterin, ehem. Bundeskoordinatorin der unesco-projekt-schulen, Schorndorf
Seit einiger Zeit bietet der Handel als Spezialität Wildkaffee aus dem äthiopischen Bergregenwald an, der Ursprungsregion des wertvollen Arabica-Kaffees. Dieser Wildkaffee wird von der lokalen Bevölke-rung noch heute genutzt. Potenziell stellt er eine wichtige genetische Ressource für die internationale Kaffeezüchtung dar.
Das Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) arbeitet gemeinsam mit äthiopischen Partnern an Konzepten, die zum Ziel haben, die genetische Vielfalt des Wildkaffees zu schützen und gleichzeitig die traditionellen Nutzungsformen weiterhin zu ermöglichen. Dies setzt voraus, dass die Bergregenwälder erhalten bleiben und nicht abgeholzt werden. Damit wird der Schutz der Wildform des Arabica-Kaffees zum Motor für den Erhalt des Regenwalds und seiner Pflanzen- und Tierarten. Der Schutz des Berg-regenwaldes ist nicht nur ein ökologisches Thema, sondern umfasst auch ökonomische, soziale und politische Fragestellungen. Welchen Wert hat ein Ökosystem oder eine Pflanzenart? Wer kann wie von der Biodiversität profitieren? Wie kann die Regierung von der Bedeutung des Projektes überzeugt werden? Für die praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse und als Plattform für die Zusam-menarbeit der verschiedenen Interessengruppen hat das ZEF die Gründung einer Nichtregierungs-organisation, dem „Ethiopian Coffee Forest Forum (ECFF)“, angeregt.
Der Leiter des Wildkaffeeprojektes des ZEF, Manfred Denich, stellt das Projekt vor. Seine Erfahrungen und vielfältige Materialien dienen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als Grundlage für die Aufarbei-tung des Themas "Schutz und nachhaltige Nutzung der Biodiversität in Afrika" für den Unterricht.
AG 6: Sozialer Wandel in Afrika - Zur Situation von Frauen, Kindern und Jugendlichen in Ghana, Benin, Namibia und Togo
Leitung: Dr. Jeannett Martin und Astrid Bochow, M.A., Universität Bayreuth
Referent(inn)en: Peter Spätling, Gymnasium Pegnitz, und Ursula Hildebrand, Brot für die Welt, Schulpädagogik, Stuttgart
Das Bild über das Leben von Frauen und Kindern in Afrika ist hierzulande weitgehend durch die Medien geprägt. Dabei überwiegen negative Schlagzeilen und Bilder, in denen Frauen und Kinder vorrangig als Opfer bestehender Verhältnisse (z.B. als ökonomisch und sozial benachteiligte Gruppen - etwa in polygamen Ehen, als von Armut und Hungerskatastrophen besonders betroffene Gruppen, als Opfer von Kriegen) dargestellt werden. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anhand ausgewählter Themenschwerpunkte und Regionalbeispiele ein differenzierteres Bild der unterschiedlichen Lebensweisen und Lebenssituationen von Frauen und Kindern in Afrika zu vermitteln, indem – neben strukturellen Fragen und Entwicklungen – auch die Selbstsichten, Vorstellungen, Handlungspotentiale und -grenzen der Akteure in den Blick genommen werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen zunächst einen Einblick in Themen und Fragestellungen der (vorrangig ethnologischen) Gender- und Kindheitsforschung Afrikas erhalten und sich anhand ausgewählter Regionalbeispiele mit einigen Aspekten (z.B. Kinder und Arbeit, Liebesvorstellungen und Sex, unterschiedliche Familienkonzepte) inhaltlich auseinander setzen. Es soll zudem Raum für die Diskussion über die Umsetzung des Materials im Schulunterricht geben. Darüber hinaus möchten wir anregen, gemeinsam über die Chancen und Schwierigkeiten der Wahrnehmung fremder Lebensweisen und -vorstellungen nachzudenken.
AG 7: AIDS in Afrika
Aspekte der Problematik und aktuelle Perspektiven
Leitung: Prof. Dr. Doris Schmied, Universität Bayreuth
Referent(inn)en: Anne Schmeckies und Chris Künning, Bremerhaven
Nach Angaben von UNAIDS ist Afrika immer noch der am stärksten von der Pandemie betroffene Kon-tinent. So wurde die Zahl der Infizierten für 2005 mit 28,8 Millionen, die der in diesem Jahr an AIDS Gestorbenen mit 2,4 Millionen beziffert. Diese erdrückenden Zahlen haben dazu beigetragen, dass die öffentliche Diskussion fast immer von apokalyptischen Klischees (Afrika als sterbender Kontinent) domi-niert wird, aber keine wirklich wissensfundierte Auseinandersetzung mit der Problematik stattfindet.
Die Arbeitsgruppe versucht daher ganzheitlich die Problematik anzugehen und unser „Wissen“ über HIV und AIDS in Afrika anhand konkreter Beispiele zu hinterfragen: Nach einem historischen und geographi-schen Überblick über die Entwicklung der Epidemie folgt eine intensive Auseinandersetzung mit den kulturellen und materiellen Erklärungsansätzen und den demographischen, sozialen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen. Weitere Themenblöcke werden sich mit dem Umgang mit HIV/AIDS in den betroffenen Gesellschaften und seitens der internationalen Geber und pharmazeutischen Firmen be-schäftigen, bevor abschließend die Darstellung der Thematik in den Medien und die Umsetzung im Un-terricht behandelt werden.
AG 8: Ethnisierte Konflikte: Vom Säen und Überwinden extremer Gewalt
Leitung: Dr. Anke Poenicke, Berlin
Referent: Dr. Wolf-Christian Paes, Bonn International Center for Conversion
Der Völkermord in Ruanda hätte leicht verhindert werden können. Zehn Jahre danach gestand der ZEIT-Journalist B. Grill öffentlich, er schäme sich für seine damalige Darstellung dieser systematischen Megatötung als „Stammeskämpfe“. Warum? Das Beispiel Ruandas zeigt konkret, welche exogenen Faktoren – europäische Afrikapolitik von der Kolonisation bis heute – im Zusammenwirken mit welchen endogenen Faktoren zu Planung und Durchführung dieser extremsten Gewalt führen konnten. Die Vorstellung vielfältiger Unterrichtsmaterialien zu den wesentlichen Facetten wird durch eine Lesung abgerundet („Agathe – Eine Berlinerin aus Ruanda“, ab 11J.). Besonders bei den Themen Früherkennung von Genozidgefahr und Reintegration von Tätern nach gewaltsamen Konflikten geht die Bearbeitung weit über das Beispiel Ruanda hinaus. So entsteht im ständigen Dialog über das komplexe Thema eine Basis dafür, gemeinsam Unterrichtsmodelle für ganz unterschiedliche Klassenstufen zu entwickeln.
AG 9: Kulturelles Erbe und sein Weiterleben in Afrika
Leitung: Dr. Sylvia Schoske, Leiterin des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst, München, und Steffen Noack, Projektkoordinator der unesco-projekt-schulen für Welterbe
Referent(inn)en: Trudie Amulungu, Generalsekretärin der Namibischen UNESCO-Kommission, Windhoek, Namibia;
Walter Tausendpfund, ehem. Projektkoordinator der unesco-projekt-schulen für Welterbe
Zunächst ist es Aufgabe der Arbeitsgruppe, sich einen Überblick über die Vielfalt des kulturellen Erbes Afrikas zu verschaffen, wobei neben dem materiellen auch das immaterielle Erbe (z.B. Maskentänze) zu berücksichtigen ist.
Danach wird exemplarisch das laufende Grabungsprojekt des Ägyptischen Museums Berlin in der meroi-tischen Stadt Naga vorgestellt und ein Überblick über die historische Dimension des antiken Sudan und über seine Kontakte zu Afrika, zu Ägypten und zur griechisch-römischen Welt gegeben. Im Gegensatz zu Ägypten ist die antike Geschichte des mittleren Niltals, der heutigen Republik Sudan, unvollkommen erforscht. Erst in den letzten Jahrzehnten haben Ausgrabungen im Nordsudan frühe Kulturstufen nachgewiesen, die bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Sie sind eine der Wurzeln des pharaonischen Ägypten. Die unabhängigen Königreiche von Kerma (2500 – 1500 v. Chr.), Napata (800 – 300 v.Chr.) und Meroe (300 v. Chr. – 350 n. Chr.) und die christlichen Königreiche Nubiens geben dem größten Staat Afrikas eine historische Tiefe und Kontinuität, die heute ins Bewusstsein des modernen Sudan zu treten beginnen.
Deutsche Forscher sind seit der preußischen Expedition von 1844 maßgeblich an der Entdeckung der Tempel, Pyramidenfelder, Städte und Nekropolen der antiken sudanesischen Reiche beteiligt. Derzeit werden fünf deutsche Projekte in der Archäologie des Sudan durchgeführt. Ihre Arbeit wird von der Regierung der Republik Sudan als Beitrag zur historischen und kulturellen Identität des Landes nachhaltig unterstützt. Das zunehmende internationale Interesse an der Archäologie im Sudan differenziert das von den Medien vermittelte Negativ-Image dieses Landes. So leistet Archäologie einen Beitrag zur Stabilisierung des Sudan und zur Stärkung des „nationalen“ Selbstbewusstseins des ältesten Staatswesens des afrikanischen Kontinents.
In der Arbeitsgruppe könnten auch Problemkreise wie die Bewertung afrikanischer Kunst durch die Länder des Nordens, die Rolle traditioneller Kultur in ausgewählten afrikanischen Gesellschaften, die Gefährdung des Kulturerbes und mögliche Strategien seiner Erhaltung behandelt werden.
AG 10: Masken, Figuren und Fetische Afrikas
Kosmische Lettern - Weltengesichter
Leitung: Ortwin Goertz, ehem. Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen in Nordrhein-Westfalen
Referent: Jems Robert Koko Bi, Bildhauer und Druckgraphiker, Essen
Traditionelle afrikanische Vorstellungen offenbaren sich weitgehend in Kulten, die die Lebenskraft der Stammesgemeinschaft afrikanischer Völker zusammen mit der Ernte, dem Viehbestand und der Beute, von denen diese abhängt, vergrößern sollen. Der Tanz steht in diesem Kontext im Mittelpunkt umfassen-der Zeremonien. Masken und die sie begleitenden mimischen Handlungen sind dabei unverzichtba-rer Bestandteil der Zeremonie, die den Mythos, von dem die Existenz des Stammes abhängt, vergegen-wärtigen sollen.
In der Arbeitsgruppe wird versucht, die tradierten Zusammenhänge afrikanischer Ausdrucksformen zu ermitteln und darüber hinaus nach neuen Wegen zu suchen und mit verfügbaren Mitteln Neues zu bilden. Dabei werden wir uns an den Mitteln orientieren, die typisch "afrikanisch" sind und die bis heute die europäische Kunst beeinflussen - grelle Farbigkeit, Reduzierung auf geometrische Bildfelder, in denen Zeichen, Chiffren und Embleme oft nur schwarz und linear eingebracht sind - und mit vergleichbaren Mitteln Masken (Gesichter), neuartige Fetische und kultische Symbole in mitunter äußerst sparsamer und reduzierter Form neu kreieren. Bei diesen Arbeiten wird es primär um kreative Lernprozesse gehen. Die Zusammenarbeit mit der AG "Vielfalt der Musik Afrikas" ist vorgesehen.
AG 11: Vielfalt der Musik Afrikas
Leitung: Hanna-Katrein Zinßer und Anke Rienau, Gruppe „Urknall“
In der Arbeitsgruppe wird über die Vielfalt der Musik Afrikas nachgedacht, sie wird sinnlich wahrge-nommen, gefühlt, in ihr bewegen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sie wird von ihnen gespielt. Schwerpunkte sind Körperarbeit, Tanz, afrikanischer Gesang und integratives Rhythmustraining. Mit Hand, Fuß und Stimme werden Rhythmen aufgebaut. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen außerdem vielstimmige afrikanische Lieder. Grundsätzlich geht es in der Arbeitsgruppe auch darum, die Möglichkeiten auszuloten, sich fremden Kulturen über den Weg der Musik anzunähern und so Verständ-nis und Wertschätzung des Anderen zu ermöglichen.
AG 12: Internationaler Projekttag der unesco-projekt-schulen
Leitung: Karl Hußmann, Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen in Nordrhein-Westfalen
Referent: Falk Bloech, ehem. Lehrer am Oberstufenkolleg der Universität Bielefeld
Alle zwei Jahre veranstalten die unesco-projekt-schulen Projekttage, zu denen sie auch andere interes-sierte Schulen und Organisationen einladen. Die positive Spannung der Projekttage liegt gerade darin, dass jede Schule eigene Schwerpunkte setzt, ein ganz eigenes Profil für den Projekttag entwickeln kann, dies aber im Wissen tut, dass viele am gleichen Strang ziehen, dass alle Aktivitäten in ein übergreifen-des Netz einfließen. Je mehr Knoten sich bilden, desto fester und tragfähiger wird das Netz.
Die Arbeitsgruppe wird zunächst den 6. Internationalen Projekttag (26. April 2006) der unesco-projekt-schulen evaluieren und auf dieser Grundlage Verbesserungsvorschläge für den nächsten Internationalen Projekttag erstellen. Aufgabe der AG ist es außerdem, thematische Vorschläge für den Projekttag 2008 zu erarbeiten, die dann dem Plenum der Jahrestagung zur Entscheidung vorgelegt werden. Es wird darüber hinaus eine Leitlinie zur langfristigen Vorbereitung des Projekttages sowie zur unterrichtlichen Anbahnung entworfen.
AG 13: Evaluation und Qualitätsentwicklung der unesco-projekt-schulen
Leitung: Dr. Klaus Wild, Institut für Lehrerfortbildung am RPZ, Heilsbronn, und Ulrich Sellner, Regionalkoordinator der unesco-projekt-schulen des Landes Bayern
Im Vorfeld der 40. Jahrestagung in Frankfurt wurde das Projekt „Evaluation und Qualitätsentwicklung der unesco-projekt-schulen“ gestartet. Das empirisch abgesicherte Konzept einer „Wahrnehmungsorien-tierten Schulentwicklung“ wurde zu diesem Zweck auf die Bedürfnisse von UNESCO-Projektschulen übertragen. Die im Hinblick auf deren Leitlinien überarbeitete Konzeption bietet die Grundlage einer in-ternen Evaluation und bedarfsgerechten Qualitätsentwicklung von unesco-projekt-schulen. Die gemein-sam geleistete Arbeit kann auf Basis der Wahrnehmung von UNESCO-Qualitätskriterien beurteilt und neu ausgerichtet werden.
In der Arbeitsgruppe werden zunächst das Entwicklungskonzept sowie die Fragebogeninstrumente für Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern dargelegt und gemeinsam diskutiert. Weiterhin werden die bisherigen Erfahrungen im Rahmen interner Evaluation und Qualitätsentwicklung an ausgewählten unesco-projekt-schulen verschiedener Bundesländer vorgestellt. Abschließend sollen Möglichkeiten einer Verbreitung von „Wahrnehmungsorientierter UNESCO-Schulentwicklung“ erarbeitet werden.
AG 14: Irgendwo in Afrika – Was heißt hier helfen? Arbeitsgruppe für Schüler/innen
Leitung: Alexandra Weber und Michael Schmidts, Studierende der Bayerischen Akademie für Außenwirtschaft, München
Referent(inn)en: Anne Schmeckies und Chris Künning, Bremerhaven, Nikolaus Bernhard, AIDS-Seelsorge der Diözese Augsburg, Ursula Hildebrand, Brot für die Welt, Schulpädagogik, Stuttgart, und Gregor Schwank, Puppenspieler und Figurenbildner, Freiburg im Breisgau
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AG sollen anhand konkreter Beispiele mit Grundproblemen Afrikas vertraut gemacht werden und sich in diesem Zusammenhang mit Entwicklungschancen auseinander setzen. Folgende Themenbereiche könnten im Zentrum stehen:
